#Polerina

by Rena Süßholz

Saltos an der Pole: Are you ready to flip?
© Alex Chernenko/ Unsplash

Saltos an der Pole: Are you ready to flip?

Spektakulär, breathtaking und ein echter Hingucker: Saltos an der Pole sorgen in den Combos zweifelsfrei für WOW-Momente. In der Regel hat eine Hand Stangenkontakt – Profis lassen diese gerne auch mal weg, vor allem wenn es um den Abgang geht. Auf Instagram kann man sich da, von so manch einem Move, schnell beeindrucken lassen!

Ich habe bislang nur einen Flip gelernt.

Einen Rückwärtssalto aus dem Stand. Ausgeführt in der absoluten Einsteigervariante. Will heißen mit rechts habe ich die Stange umfasst, während meine linke Hand den Unterarm des Spotters (= Person die Hilfestellung gibt und Acht gibt, dass du nicht stürzt) festhielt. Dann habe ich mit dem äußeren Bein Schwung geholt und mich nach hinten fallen lassen. Gleichzeitig bewegt der Spotter kreisförmig seinen Arm und ich habe den Griff um die Pole zunächst verstärkt, ähnlich wie bei einem Chopper/ Helicopter, ehe ich die Hand locker mitgedreht habe.

Jetzt könnte ich behaupten, dass der Beinschwung als auch die Armbewegung ausreichen, um den Rückwärtssalto auszuführen.

Das wäre jedoch eine Lüge.

Vorab gab es drei Anläufe, wo es nicht geklappt hat. Vor allem weil der Kopf zu Beginn nicht mitspielte. Das nach hinten fallen lassen trainieren wir ja eigentlich schon zu genüge: Chopper, Outside-Leghang, Cross-Knee-Release und wie sie alle heißen. Der Unterschied ist jedoch, dass man bei diesen Tricks einen festen Halt hat. Man kann sich auf seine Arme, Hände oder Oberschenkel verlassen. Sie bleiben statisch. Bei einem Salto an der Pole drehen sie sich jedoch mit, es ist also etwas worüber man nachdenken muss. Dabei ist die Konzentration auf nur eine Sache, in dem Fall der Beinschwung, schon fordernd genug. Ich stelle mir also unentwegt die Fragen: Was, wenn ich beim Umdrehen den Grip verliere? Was, wenn ich vergesse die Hand zu drehen und mir dann die Schulter auskugle? Hinzu kommt die Angst mit dem Kopf gegen die Stange zu stoßen. Nach dem Schwungholen geht alles super schnell. Zeit zum Nachdenken oder Reagieren bleibt da als Flip-Anfänger keine.

Was hat mir geholfen?

Ich hatte das Glück mit einer Polerina zu üben, die in etwa gleich groß war wie ich. Außerdem hatte sie Kraft ohne Ende. 🙂 Das gibt Sicherheit! Du weißt, sie kann dich halten, falls irgendetwas schief gehen sollte und du weißt, dass ihr Armschwung dich immer rum bringen wird. Dieses Vertrauen ist total wichtig und hilft in Punkto Ängste enorm. Sobald man die Bewegung innehat, der Salto einmal gelungen ist und man heil wieder an Ort und Stelle steht, ist das Glücksgefühl unbeschreiblich. Du weißt fortan du kannst es. Nach zwei weiteren erfolgreichen Durchläufen ist das Selbstvertrauen so groß, dass du wagemutiger wirst. Sprich, man klammert sich weniger an den Spotter, sondern berührt nur noch sachte erst den Arm und dann nur noch die Hand. Irgendwann braucht es die aber auch nicht mehr und dann ist es vollbracht: ein richtiger Rückwärtssalto.

Stolz wie Oskar musste ich natürlich jedem davon erzählen, ob er es hören wollte oder nicht. 🙂 Gleichzeitig habe ich eine unbändige Freude in mir gespürt. Dieser Flip macht einfach mega viel Spaß. Der Adrenalinpush, die Schnelligkeit und der Schwebemoment – all das was mir vorher große Sorgen bereitet hat, turnt mich jetzt total an. Ich bin heiß darauf, den nächsten Salto zu lernen!

Euch begeistern auch Saltos an der Pole? Wie waren eure ersten Momente und was sind eure Lieblingsflips?

 

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