#Polerina

by Rena Süßholz

Pole-Community: Yoga, fernab von langweilig
© Anja Diener

Pole-Community: Yoga, fernab von langweilig

„Es ist ein bisschen wie tanzen“ – Polerina Anja aus Göppingen hat vor ein paar Jahren einen ganz besonderen Yogastil für sich entdeckt. In Indien ließ sie sich zur Trainerin ausbilden und veranstaltet nun neben ihren regulären Pole- und Yogastunden ein Yoga Explore Retreat.

Yoga-Interview mit Anja Diener

Anja von Wild Heart Yoga & Pole ist Ende zwanzig und trainiert schon eine halbe Ewigkeit Poledance. Dieses Jahr sind es ca. 10 Jahre, oder?

Anja: Genau. Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres hatte ich damit angefangen, musste jedoch durch Reisen und Verletzungen oft längere Pausen einlegen, sodass ich vieles immer wieder neu lernen musste.

Weißt du noch, warum du Poledance ausprobiert hast?

Anja: Tatsächlich hat mir ein Mann davon erzählt. Er hat mir gesagt, dass es jeder lernen kann, das hat mich begeistert. Auch von einem Stripclubbesuch war ich fasziniert und dachte mir „das will ich auch können“. Als es dann endlich den ersten Kurs in meiner Stadt gab, habe ich den sofort belegt.

Und dann nicht mehr aufgehört 🙂 Warst du denn vom Yoga ebenso von Anfang an begeistert? In meiner Vorstellung ist Yoga entweder total anstrengend oder mega entspannend. Wofür steht es denn und was bringt es?

Anja: Yoga habe ich fürs Stretching ausprobiert und muss sagen, dass es mir immer zu langweilig war. Erst in einem Surfcamp in Marokko habe ich Vinyasa Yoga kennen gelernt und gemerkt, dass es doch Spaß macht und richtige Glücksgefühle auslöst. Yoga steht für die Einheit von Körper und Psyche. Man kann damit auch im täglichen Leben bewusster leben, stressresistenter werden und liebevoller mit sich und anderen umgehen.

Aerial Yoga im Yoga Explore Mountain Retreat
© Anja Diener

Stressresistenter klingt ja schon mal gut! Inwiefern unterscheidet sich das Vinyasa Yoga vom herkömmlichen Yoga?

Anja: Vinyasa hat mir so Spaß gemacht, da es ein bisschen wie tanzen ist. Es sind fließende Bewegungen, die nacheinander folgen, auch mal auspowern und immer in Verbindung mit der Atmung geübt werden. Beim (Hatha) Yoga wird statischer geübt, eine Pose jeweils auf jeder Seite, kurze Pause, nächste Übung.

In vielen Polestudios gibt es ja auch das sogenannte Aerial Yoga. Worauf kann man sich hier freuen?

Anja: Beim Aerial Yoga ist das schöne, dass man kopfüber Posen halten kann, ganz ohne Kraftaufwand. Man kann viel tiefer und intensiver dehnen, manche anderen Posen wie Handstand sind dafür leichter. Es macht Spaß zu spielen und man kann seine eigenen Tuchkombinationen entdecken.

Inwiefern beeinflusst das Yoga dein Poledance Training?

Anja: Fürs Poledance ist Yoga manchmal mein Warm-up oder Cool-down. Durchs Yoga achte ich mehr darauf, einfach Spaß im Moment zu haben, auch wenn ein Trick nicht klappt. Und bewusster die Atmung in schwierigen Posen zu benutzen. Außerdem kann man Yoga überall und jeden Tag machen, auf Reisen kann ich schlecht meine Pole mitnehmen.

Apropos Reisen. Das Yoga hat dich nach Indien geführt. Es nimmt also einen ziemlich großen Stellenwert in deinem Leben ein, oder?

Anja: Ja, am Anfang der Ausbildung wollte ich nur meine Anatomiekenntnisse für den Pole-Unterricht ausbauen und Aerial Yoga lernen. Inzwischen brauche ich Yoga als tägliche Routine für mich selbst.

Was waren die Highlights bei deiner indischen Yoga Experience?

Yoga Retreat in Indien
© Anja Diener

Anja: Abgesehen vom genialen Essen und der tollen Community mit Leuten aus aller Welt, habe ich gelernt, dass Meditation nicht stillsitzen bedeuten muss – wir hatten einige Abende, die in ecstatic dance und musizieren „ausgeartet“ sind, wir haben sogar mal getwerkt. Und ich habe gelernt, dass indisches Yoga militärisch und sehr anstrengend ist ?

Zurück in Deutschland, kamst du auf die Idee ein Yoga Explore Mountain Retreat anzubieten.

Anja: Ich finde Retreats eine wunderbare Möglichkeit, Reisen und Yoga zu verbinden und habe letztes Jahr im „Mama Thresl“ ein Aerial Yoga Retreat veranstaltet. Außerdem hat man viel mehr Zeit seine Yogagruppe kennen zu lernen, wie in einer normalen Yogastunde. Mit meiner lieben Freundin Lara möchten wir unsere liebsten Yogatools weitergeben, die auch im Alltag glücklich machen.

Was erwartet einen dort?

Anja: Unsere eigene Lodge mit Sauna, Bergblick, veganes Essen, tägliches Outdoor Yoga, Wanderungen, Workshops wie Aerial und Acro Yoga, Partner Massage, Ayurveda und eine tolle Community. Ein Retreat wie unter Freunden ?

Hört sich toll an! Natürlich habe ich auch schon einen Blick auf die Lodge geworfen: Sie ist absolut traumhaft. Für alle, die dieses Jahr nicht mitkönnen – gibt es nächstes Jahr eine Wiederholung? Und wie viele Teilnehmer kommen bei eurem Retreat zusammen?

Anja: Wir haben bereits eine Interessentenliste für nächstes Jahr und werden es vermutlich ein bis zweimal im Jahr anbieten, an verschiedenen Orten, vielleicht auch mal am Meer ? Es soll eher klein gehalten werden, damit man auch Zeit hat, sich kennen zu lernen und zu öffnen. Maximal 15 Teilnehmer. Dieses Jahr wegen Corona vermutlich 10, es ist auch nur noch ein Zimmer frei.

Yogapose Anja
© Anja Diener

Der Platz ist sicher bald belegt. Wer meldet sich denn in der Regel an: Anfänger oder Profis, Frauen oder Männer?

Anja: Unser Retreat ist für jeden, der offen für Yoga und gerne in der Natur ist. Wir gehen auf Anfänger als auch auf Fortgeschrittene ein. Bisher ist nur ein Mann mit dabei, der sich aber über Unterstützung freut. Und vom Alter her sind wir eine eher jung (gebliebene) Gruppe + – 30 Jahre.

Dein Retreat geht vier Tage und findet in Mühlbach, Nähe Salzburg statt. Wie kommt man dahin? Muss man Equipment mitbringen? Wie viel kostet die Yoga Experience? Und für Langschläfer besonders wichtig: wann startet ihr in den Tag?

Anja: Wir fangen morgens gegen 8:00 oder 8.30 Uhr an, aber wenn man mal keine Lust auf frühes Yoga hat, kann man natürlich auch erst zum Frühstück kommen. Ist auch nicht die einzige Mahlzeit am Tag ? Ab 475€ gibt’s ein Zimmer, all inclusive mit dreimal Essen. Jeder reist selbst an, aber wir bilden auch Fahrgemeinschaften mit Leuten aus der Nähe. Und mitbringen muss man nur eine Matte.

Hast du Tipps, wie man sich am besten auf so ein Retreat vorbereitet?

Anja: Come with an open mind and heart – mehr braucht’s nicht ?

Vielen Dank für den interessanten Einblick und viel Spaß beim Yoga Explore Retreat!

 

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