#Polerina

by Rena Süßholz

Pole-Community: Wettkampf-Atmosphäre
© tinapolerina

Pole-Community: Wettkampf-Atmosphäre

„Ich wollte es einfach allen beweisen.“ Polerina Tina nimmt regelmäßig an Pole-Wettkämpfen teil. In unserem Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und gibt Tipps für Wettkampf-Neulinge.

Poledance-Interview mit Tina

Tina ist Ende zwanzig und kommt aus Landau in der Pfalz. Seit 2014 trainiert sie Poledance und hat bereits viermal am Pole-Wettkampf Steel on Fire (Kategorien: 1x Beginner, 3x Intermediate) teilgenommen.

Wann stand für dich fest, dass du an Wettkämpfen teilnehmen möchtest?

Tina: Schon nach ein paar Monaten als ich diesen Sport begann, war für mich klar, dass ich an einer Meisterschaft teilnehme! Ich war schon immer sportlich aktiv, aber noch nie im Tanzbereich. Ich war Jahre lang in einem Schwimmverein, bin geritten und habe Fußball gespielt. Deswegen war der Beginn meiner Poledance-Karriere sehr schwierig, da ich einfach keine Erfahrungen im Tanz- oder Turnbereich mitbrachte. Und genau diese Situation motivierte mich: Ich wollte es einfach allen beweisen!

Wie kamst du denn auf Poledance?

Tina: Als ich klein war durfte ich mit meinen Eltern auf ein Motorradtreffen, dort habe ich zum ersten Mal eine Poledancerin gesehen und war total fasziniert. Leider war zu dieser Zeit (etwa im Jahr 2000) Poledance noch nicht so populär wie es heute ist. Weshalb ich damals kein Poledancestudio in Deutschland gefunden habe. Also habe ich über die Jahre hinweg immer wieder mal nach Studios im Internet recherchiert, bis ich endlich das Zero Gravity Poledancestudio gefunden habe. Also den Wunsch diesen Sport betreiben zu dürfen war schon als Kind da und heute habe ich endlich die Gelegenheit dazu.

Zuletzt bist du als Intermediate angetreten. Kannst du dir auch eine Teilnahme in einer anderen Kategorie vorstellen?

Tina: Ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten Jahren auch mal in einer höheren Kategorie teilnehmen werde. Zurzeit fühle ich mich dazu einfach noch nicht bereit. Ich bin der Meinung man sollte auf seinen Körper hören und in dieser Kategorie starten, die einem gut tut. Es bringt nichts in einer höheren Kategorie zu starten und sich dann zu überfordern.

Nimmst du während des Auftritts die Zuschauer und die Jury noch wahr oder blendest du sie aus?

Pole-Wettkampf, Poletrick
© tinapolerina

Tina: Die Jury und die Zuschauer blende ich komplett aus. Die einzigen Personen, die ich höre, sind die Mädels aus meinem Team (ZeroGravityPole), denn diese sind nicht zu überhören =)

Der eigene Fanclub pusht einen ja auch sehr gut. Toll, dass dein Team dabei ist. Aber zurück zu deinem allerersten Pole-Wettkampf: Wovor hattest du am meisten Sorgen?

Tina: Die meiste Angst hatte ich davor keinen Grip an der Pole zu haben.  Denn es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man immer im Studio an den gleichen Stangen trainiert und auf einmal vor den „unbekannten“ Stangen steht.  Die im ersten Moment auch noch viel höher und viel gefährlicher als die Stangen im Studio aussehen!

Den Gedanken haben sicherlich viele. Ist denn schonmal was komplett schief gegangen?

Tina: Bei meinen Auftritten hatte ich bis jetzt immer Glück. Jedoch habe ich jedes Jahr Probleme mit meinen Outfits: Entweder kommen sie erst einen Tag vor der Meisterschaft an oder sie müssen mehrmals umgenäht werden. Es ist, als sei ich verflucht =)

Und wie sieht es mit der Nervosität aus?

Tina: Vor meinem Auftritt höre ich zur Beruhigung ganz viel Musik. Dann gehe ich nochmals meine Choreo im Kopf durch. Und versuche an das unfassbar schöne Gefühl zudenken, wie stolz man nach seinem Auftritt ist.

Dabei sein oder „nur die Medaille zählt“ – was ist dir wichtig?

Tina: Dabei sein! Natürlich möchte niemand Letzter werden und zur Medaille würde ich jetzt auch nicht unbedingt Nein sagen =D Aber die Poledance Community und somit auch die Konkurrenz, wird immer größer. Gerade im Polesport gibt es so viele Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Deswegen mache ich mir keinen Druck eine Medaille zu bekommen, ich bin kein Leistungssportler!  Für mich ist es das Ziel, stolz auf mich selbst zu sein und mich jedes Jahr nochmal zu verbessern, sodass ich nach der Meisterschaft glücklich bin!

Das ist ein super Ansatz! Hast du Tipps für Polerinas, die sich auch mal an einem Pole-Wettkampf probieren möchten?

Tina: Seid stolz auf euch und das was Ihr bis jetzt geleistet habt, denn Poledance ist kein einfacher Sport! Macht euch keinen Druck und trainiert in eurem Tempo, denn es ist noch kein Champion vom Himmel gefallen! Und das Wichtigste habt SPAß!

Das kann ich nur unterstreichen! Vielen lieben Dank für deinen Einblick und viel Erfolg bei deinem nächsten Pole-Wettkampf 🙂

 

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