#Polerina

by Rena Süßholz

Pole-Community: Spagat mit Sisers Stretching (Teil 1)
© Sisers Stretching

Pole-Community: Spagat mit Sisers Stretching (Teil 1)

“Weil mir meine Inflexibilität zum Verhängnis wurde” – Polerina Steffi von Sisers Stretching erzählt in meinem Interview, wie sie zum Poledance kam, warum sie einen Spagat können wollte und wie sie sich motiviert hat, ihr Ziel zu erreichen.

Stretching-Interview mit Stefanie Iser

Steffi ist Mitte zwanzig und lebt in Österreich. Sie trainiert seit Februar 2014 (minus ein Jahr Trainingspause) Poledance und hat mit Sisers Stretching das erste Online-Stretchingprogramm für Tänzer aus dem deutschsprachigen Raum entwickelt.

Doch bevor wir näher auf das Stretching eingehen, möchte ich gerne wissen, warum du mit Poledance angefangen hast.

Steffi: Ich hab im Fernsehen eine Reportage gesehen von Müttern, die durch Poledance sportlich aktiv wurden und davor noch nie etwas in der Richtung gemacht haben. Das hat mir die Motivation gegeben mich ebenfalls (als sehr Unsportliche) anzumelden. Was ich dann allerdings erst 1-2 Jahre später gemacht habe! Die Motivation blieb jedoch immer in meinem Kopf und ich wusste, sobald ich mehr Geld verdiene, wird es für einen Poledance Kurs ausgegeben 😀

Bist du eher tänzerisch oder akrobatisch unterwegs?

Steffi: Akrobatisch. Das macht mir eindeutig mehr Spaß, aber ich liebe auch die Abwechslung an der Pole. Oft tuts auch gut, einfach mal den Kopf abzuschalten und seinen Körper zur Musik zu bewegen. #poleforthesoul

Was sind deine Lieblingssplits ?

Steffi: Ganz klar: Allegra Split & der Eagle. Ich liebe Kombinationen aus Splits & Backbends!

Spagat auf einer Parkbank
© Sisers Stretching

Warum wolltest du einen Spagat können?

Steffi: Weil mir meine Inflexibilität zum Verhängnis wurde. Meine Jade war ein richtig schönes V und ich hätte damit Werbung für Vöslauer [red. Anmerkung: Mineralwasser aus Österreich] machen können.

Viele Tricks wie z.B. ein Cocoon, eine schöne Ballerina und der Handspring funktionierten einfach GAR NICHT! Das war sehr frustrierend und nun stand ich da in Level 7 und kam nicht mehr weiter.

Ich wusste, es musste eine Veränderung her, ich wollte mehr Flexibilität und Kraft, somit war mein Ziel der Spagat und viele HIT Trainings [red. Anmerkung: High Intensity Training] um mehr Kraft aufzubauen. Mittlerweile weiß ich, wie man auch durch aktive Dehnübungen die Kraft, die man an der Pole benötigt, aufbaut. So entstanden auch z.B. die Workout & Stretch Einheiten im Programm 😀

Wie viele Monate hat es gedauert, bis du einen Damen- oder Herrenspagat konntest und wie oft hast du dafür in der Woche trainiert?

Steffi: Monate? Wäre schön gewesen … bei mir waren es jedoch 1,5 Jahre und am Herrenspagat arbeite ich intensiv seit 3 Jahren und ein kleines Lückerl ist immer noch da!

Flexy girl outside
© Sisers Stretching

Das ist eine lange Zeit! Wie hast du dich motiviert am Ball zu bleiben und nicht aufzugeben?

Steffi: Aufgeben war nie eine Option! Ich habe mich in dieser Zeit sehr intensiv mit mir selbst, dem mentalen Training und Motivation auseinandergesetzt. Da habe ich ganz viel Input über unseren inneren Schweinehund, das Gehirn bzw. positives Denken und Veränderungen im Leben bekommen.

Fakt ist: Wenn man etwas will, muss man etwas dafür TUN, denn von Nichts kommt Nichts.

Und somit habe ich jeden Tag für meinen Spagat gestretcht!

Was mich auch immer sehr motiviert hat, waren Vergleichsbilder von anderen Personen. Von Menschen die ebenfalls dort gestartet sind, wo ich gerade stand! Der Austausch mit Gleichgesinnten hat mir damals sehr gefehlt und somit gründete ich die erste deutsche Gruppe für Stretchingmotivierte: Stretchingmotivation in Facebook. Dort motivierten wir uns dann gegenseitig und als ich die ersten Erfolge sah, wurde dies natürlich auch fleißig gepostet.

Quasi, die Geburtsstunde von Spagat mit Sisers Stretching. Kann man eigentlich pauschal sagen, dass der Damen- oder der Herrenspagat schneller zulernen ist?

Steffi: Nein. Jeder Körper ist komplett unterschiedlich, und ob jemand schneller in den Damen- oder Herrenspagat kommt, ist von der Anatomie und der Genetik des Menschens abhängig. Und natürlich auch von der Intensität des Flexibilitytrainings.

Es gibt Menschen die sind wie geboren im Herrenspagat, deren Hüfte ist dafür komplett offen, denen fallen die Herrenspagat-Positionen ziemlich leicht und da fehlt auch nicht so viel zum Spagat, umgekehrt gibts das natürlich auch beim Damenspagat. Manche strugglen mit beiden, manche kamen sowieso schon im Spagat zur Welt und manchen Menschen fehlt einfach sehr viel, und die müssen viel dafür tun. So sind wir alle unterschiedlich, es gibt in allem immer Vor- und Nachteile.

Stretching auf einer Parkbank
© Sisers Stretching

Was ist deine Lieblingsdehnübung?

Steffi: Puh … Das kann ich so gar nicht sagen. Ich liebe natürlich den Damenspagat, da es einfach harte Arbeit war und der Touchdown für mich ein riesengroßes Highlight in meinem Leben war! Ich liebe auch Backbends, die Brücke und den Needlescale. Aber auch den Pancake, Straddle und mittlerweile auch den Herrenspagat 😀

Eine Lieblingsübung ist schwer zu sagen. Dadurch, dass hinter all dem so viel Arbeit steckt und ich mir nie dachte, dass das alles mal möglich ist, liebe ich es umso mehr!

Aber ich kann erwähnen, welche Übung ich überhaupt nicht mag: das ist z.B. Point Stretching! Es gibt nichts Unangenehmeres für mich als den Point zu stretchen – und die Vorwärtsbeuge, ist auch nicht mein Liebling.

Spagat mit Sisers Stretching:

Im zweiten Teil des Stretching-Interviews gibt es jede Menge Tipps für Stretching-Anfänger, was der Unterschied zwischen Muskelkater und Muskelzerrung ist und warum man auch als fortgeschrittener Stretcher von Steffis Online-Stretchingprogramm profitiert.

 

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