#Polerina

by Rena Süßholz

Pole-Community: Female Empowerment (Teil1)
© Roxanne Schulz

Pole-Community: Female Empowerment (Teil1)

Das schönste Geburtstagsgeschenk in meinem Leben!” – Eine Privatstunde Poledance. Polerina Roxanne erzählt in meinem zweiteiligen Interview, was Poledance für sie bedeutet, warum sie eine Trainerausbildung absolviert und was es mit Female Empowerment auf sich hat.

Ach und nein, hier geht es nicht um eine neue Fitness-Übung speziell für Frauen. 🙂

Poledance-Interview mit Roxanne Schulz:

Roxanne kommt aus dem schönen Saarland und trainiert seit Februar 2017 Poledance in Quierschied. Doch wie kam es eigentlich dazu?

Roxanne: Ich hatte bevor ich mit Poledance angefangen habe keinen sonderlich sportlichen Hintergrund, aber Tanz hat mich schon immer sehr fasziniert – vor allem Ballett habe ich als besonders kunst- und kraftvoll wahrgenommen. Doch zu diesem Zeitpunkt habe ich mich für’s Tanzen zu unsportlich, nicht feminin genug und schlichtweg ungeeignet gesehen.

Das hört man ja leider öfter! Und wenn man in den sozialen Medien Videos graziler Tänzerinnen sieht, kann sich der Gedanke schnell festigen.

Roxanne: Heute denke ich da ganz anders, jeder Mensch kann tanzen! Seit einigen Jahren boomt Poledance zunehmend in der Fitness Industrie, das hat mich sehr neugierig gemacht. Ich sah die Möglichkeit darin meinen Traum von der »Primaballerina« auf meine eigene Art zu erfüllen.

Ich schätze, du bist dann wohl eher tänzerisch, statt akrobatisch unterwegs?

Roxanne: Es kommt ganz darauf an – ich denke ich bin eher die Tänzerin. Es gibt mir viel Selbstbewusstsein eine dynamische Kombo zu meistern, aber nichts ist so schön, wie das Feeling, das man nach einem richtig gefühlvollen Freestyle hat.

Bitte beende den Satz: Poledance ist für mich …

Roxanne: … meine bloße, authentische und unverfälschte Seele.

Poetische Worte! Was findest du denn am Polesport am besten?

Roxanne: Das man ihn für sich so gestalten kann, wie man es möchte. Wir machen alle Poledance, aber niemand macht es auf die Art, wie du es tust.

Da kann ich dir nur zustimmen! In deinem Artikel zum Female Empowerment (Pole Art Magazine, Nr. 19) habe ich gelesen, dass du eine Trainerausbildung angefangen hast. Was war deine Motivation hierzu?

Roxanne: Zu helfen, zu lehren und Menschen große Gefühlen zu schenken, das möchte ich mein Leben lang tun. Und außerdem bin ich eine sehr analytische Frau, wenn ich etwas lernen möchte, dann nehme ich es wirklich komplett auseinander um es richtig zu verstehen.

Bevor wir uns im zweiten Teil näher mit Female Empowerment, der Selbstverwirklichung durch Tanz und wie du, als Feministin zu Striptease stehst, beschäftigen: eine letzte Frage.

Hattest du schonmal mit Vorurteilen zu kämpfen?

Roxanne: Weniger als erwartet, aber das ist mir schon passiert. Ich denke ich habe da ein riesengroßes Privileg, dass ich zu Poledance gekommen bin, als es schon im Trend war. Sobald etwas im Fernsehen zu sehen war scheinen die Menschen offener gegenüber einer Sache zu stehen. Was ich öfter erlebe sind Reaktionen wie »Wow, dann musst du ganz schön stark sein!«. Und das stimmt.

Wir Tänzer*innen sind verdammt stark!

Ganz recht. 🙂

 

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