#Polerina

by Rena Süßholz

My bad side – Wer ist schon perfekt?
Collage aus Bildern von © Atikh Bana und Alora Griffiths/ Unsplash

My bad side – Wer ist schon perfekt?

Einseitiges Training: „Train your bad side!“ – Ja, vielleicht das nächste Mal. Lieber das Erfolgserlebnis auf der guten Seite auskosten und zur Sicherheit gleich nochmal wiederholen. So, das wäre erledigt! Jetzt hätte ich Zeit für die ungeübte Seite. Wie, es geht schon mit einer neuen Figur weiter? Okay, kein Problem – probiere ich gleich aus! Natürlich auf meiner Schoki-Seite …

So ähnlich sehen auch eure Gedanken aus, wenn es zur Ausführung auf der „schlechten Seite“ geht?

Als ich noch ein absoluter Newbie im Poletraining war und die Tricks hauptsächlich aus Spins und bodennahen Figuren bestanden, habe ich keinerlei Unterschied gemacht zwischen meiner rechten und linken Seite. Denn es war beides gleich anstrengend. Sobald aber die ersten Invert-Tricks auftauchten änderte sich das. Ich meine, hallo? Man ist kopfüber! Das Verletzungsrisiko hat sich gerade massiv erhöht. Um dem entgegenzutreten habe ich instinktiv die rechte Seite gewählt (ich bin Rechtshänder) und diese verstärkt trainiert. Irgendwann kam dann auch langsam die linke Seite zum Zuge, aber eher nur sporadisch. Das Ergebnis: In den ungesprungenen Chopper/ Helicopter komme ich beispielsweise nur rechts perfekt rein und kann ihn öfters wiederholen. Links gelingt nur die erste Ausführung, dann ist Schicht im Schacht.

Ist jetzt aber nicht so, dass meine Armmuckis groß unterschiedlich aussehen. Beim Conditioning mache ich brav beide Seiten – mein Glück! Muskuläre Dysbalancen durch einseitiges Training können gefährlich werden und zu großen Schmerzen führen. Bis dann die Fehlstellungen korrigiert sind folgt ein langer, mitunter schmerzhafter Weg. Die schnellen Fortschritte aus dem Training mit der Lieblingsseite sind dann passé. Daher hoffe ich euch einen kleinen Gedanken- und Motivationsanstoß gegeben zu haben, öfters mal an die ungeliebte Seite zu denken und bewusst zu trainieren. No Discrimination!

Und außerdem: Wenn ihr mal in einer Combo auf der „falschen Seite“ rauskommt, ist es nur von Vorteil, wenn sich die Bewegungen weiterhin normal, sicher und routiniert anfühlen 🙂

Welche Erfahrungen habt ihr mit einseitigem Training gemacht?

 

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