#Polerina

by Rena Süßholz

Cupid & Bow and Arrow: Spielen wir Amor
© Nick Fewings/ Unsplash

Cupid & Bow and Arrow: Spielen wir Amor

Der Frühling erwacht. Liebe liegt in der Luft. Zeit für die besonders romantischen Poletricks Cupid & Bow and Arrow. Wie es auch in der Liebe manchmal erforderlich ist, braucht es beim Erlernen dieser neuen Figuren eine gehörige Portion Mut.

Mut loszulassen: neue Wege zu gehen, alte Beziehungen (zur Stange) zu überwinden und sich selbst zu Vertrauen. Mut den freien Fall zu wagen, sich kopfüber in die Wolken zu stürzen … und natürlich das Beste erhoffen. Gelingt das, wird man ausgiebig belohnt. Der Stolz eine Hürde gemeistert zu haben, über sich selbst hinausgewachsen zu sein, ist unbeschreiblich. Und zumindest bei mir hat es dazu geführt, dass Bow and Arrow zu meinen absoluten Lieblingsfiguren gehört. Wenn es nicht sogar DIE Lieblingsfigur ist.

Mit dem Cupid allerdings hadere ich noch. Die Erfolgserlebnisse halten sich in Grenzen und der Ansporn es erneut zu versuchen, dümpelt zwischen „lieber das nächste Mal versuchen“ und „viel zu riskant“ hin und her.

Anleitung zum Cupid*

  1. Den Cupid erreicht man auf verschiedenem Wege. Zum Beispiel aus einem Outside Leghang. Ich habe mir sagen lassen, dass dies der einfachste Weg sei. Trotzdem präferiere ich den Einstieg über den Monkey Climb/ Side Climb. Am liebsten in Bodennähe. Zu Beginn sollte man ihn sowieso vom Boden aus üben.
  2. Eine Kniekehle ist nun also eingehakt. Die Hände greifen beide seitlich an die Pole. Das Bein, welches nicht an der Stange eingehakt ist, wird gestreckt. Die Fußsohle dieses Beins wird an die Stange gedrückt.
  3. Im nächsten Schritt lassen die Hände los, die Fußsohle rutscht ein wenig nach unten, der Oberkörper lehnt sich weg von der Stange. Dies klappt jedoch nur, wenn der Po angespannt ist und das Becken so weit nach vorne gedrückt ist, dass es sich parallel zur Pole befindet.

Abgang: am elegantesten wäre eine Figur, die man im Anschluss durchführt. Zum Beispiel: Layout, Butterfly (hier direkt nach unten lehnen und mit gestreckten Armen an die Pole greifen), Helicopter oder Martini.

Schwierigkeiten:
Tja, wo soll ich anfangen … Ich denke, das Schwierigste ist loszulassen. Mein Halt an den Kniekehlen kann seitlich einfach nicht mit der Umklammerung meiner Hände mithalten. Das Ding jedoch ist, man kann nur dann die Figur halten, wenn das Becken gut nach vorne geschoben ist und man sich weit zur Seite lehnt, das wiederum kann man nur erreichen, wenn man loslässt. Ich lasse aber nicht oder nur ungern los, weil ich mich nicht fest bzw. sicher genug fühle. Ein Teufelskreis.

Poledancetrick Bow and Arrow
© V. Lind

Anleitung für den Bow and Arrow**

  1. Zunächst geht es ab in den Pole Seat. Hierfür solltet ihr mindestens einmal hochgeklettert sein: also ein Zug. Je nachdem wie groß ihr seid, gerne auch zwei, drei Züge.
  2. Die nächste Position ist der Cross Leg Release: Beine aus dem Seat heraus strecken, die Fußknöchel sind gekreuzt. Bei genügend Grip zwischen den Beinen, Körperspannung halten und den Oberkörper langsam nach hinten bewegen. Die Hände währenddessen hinter den Rücken, an die Stange führen und knapp unter dem Po anlegen.
    Je nach Gusto kann natürlich auch der Cross Knee Release praktiziert werden.
  3. Die Füße werden nun an die Stange geführt und haken mit dem Fußrücken ein bzw. pressen dagegen. Zeitgleich rutscht der Po über die Hände, man spürt das eigene Körpergewicht. Hier bloß nicht erschrecken. Diese Position nennt man übrigens Iguana. Um das nochmal bildlich darzustellen: Man hängt kopfüber, ist kerzengrade. Der Rücken ist der Stange zugewandt.
  4. Um in den Bow and Arrow zu gelangen, wird nun ein Fuß gelöst und Richtung Kopf und Boden geführt. Außerdem drückt sich der Rücken von der Stange weg. Biegsame Athleten können somit den Bogen sehr schön darstellen.

Abgang: Die Beine nacheinander zum Boden führen, Stange loslassen und sich aufrichten. 🙂

Schwierigkeiten:
Hier liegt die Überwindung ganz klar in dem sich nach hinten fallen lassen. Wer jedoch mit Cross Leg oder Cross Knee Release vertraut ist, wird bei diesem Step keinerlei Ängste haben. Die Herausforderung dürfte dann auf dem zweiten Schritt liegen. Sobald ein Fuß die Stange verlässt, entwickelt man ein ganz neues Balance-Gefühl und die Sorge genügend Kraft in den Händen zu haben, um nicht unkontrolliert zu rutschen, kommt ganz automatisch. Nach dem die Pose erreicht ist kommt die letzte Hürde um die Ecke: der Abgang. Grazil, lautlos und mit einem Lächeln auf den Lippen. Soweit der Plan. Kopfüber hängend kann man die Entfernung zum Boden nur vage schätzen. Hat man mit genügend Abstand angefangen? Ist man doch ein wenig gerutscht? Können die Fußzehen problemlos bis zum Ende gestreckt werden oder schramme ich dann schon am Boden entlang? Und schlimmsten Falls *Achtung: Wortspiel* bin ich noch viel zu weit oben, es gibt keinerlei Kontakt und ehe es einem die Schulter auskugelt muss man loslassen (bei genügend Kraft ist man natürlich fein raus) und blind nach unten springen bzw. stürzen …

Welche Erfahrungen habt ihr mit den Poletricks Cupid & Bow and Arrow gemacht? Nach wie vielen Trainingseinheiten/ Monaten / Jahren habt ihr euch an die Tricks gewagt?

Schreibt es in die Kommentare: Ich und zig andere Poletänzer freuen uns!


*Cupid -> Cupido oder auch Amor genannt, ist in der römischen Mythologie der Gott und die Personifikation der Liebe. Dargestellt als Knabe mit Pfeil und Bogen. Trifft er mit seinem Pfeil das Herz einer Person wird dadurch die Liebe erweckt.

** Pfeil und Bogen/ Bow and Arrow ist auch als Iguana Variation bekannt

 

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